Dienstag , 12 Dezember 2017
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Keine “Brems-und Schiebehilfe” für Schwerstbehinderten

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Der Fall eines 36jährigen geistig und körperlich schwerstbehinderten Menschen, der nicht gehfähig ist und in einer betreuenden Einrichtung untergebracht ist, zeigt den oft aufreibenden und zermürbenden Kampfes der Patienten bzw. deren gesetzlicher Vertreter um notwendige und zweckmäßige Versorgung.
Zunächst beantragt der Patient breitere und längere Armauflagen an seinem Rollstuhl – abgelehnt.
Dann beantragt er eine Kopfstütze an seinem Rollstuhl, um mehr Entlastung für die Halswirbelsäule zu erreichen.
Das Pflegeheim befindet sich in einer bergig-hügeligen Region, sodass Ausgänge und Besorgungen bei dem übergewichtigen Patienten von den Betreuerinnen per Rollstuhl rein körperlich oft nicht bewältigt werden können.
Daraufhin wurde wie üblich bei diesen Konstellationen eine Schiebe (Elektromotor)- und Bremshilfe für den Rollstuhl beantragt.
Diese Verordnung wurde im April 2013 ! mit folgender Begründung abgelehnt:
“….Ein Hilfsmittel ist dann erforderlich, wenn sein Einsatz zur Lebensbewältigung im Rahmen der allgemeinen Grundbedürfnisse benötigt wird. Zum Grundbedürfnis gehbehinderter Menschen auf Erschließung bzw. Sicherung eines gewissen körperlichen Freiraums zählt laut höchstrichterlicher Rechtssprechung nicht das Zurücklegen längerer Wegstrecken.
Die gesetzliche Krankenversicherung hat bei dem Verlust der Gehfähigkeit nur für einen Basisausgleich zu sorgen. Der Basisausgleich im Bereich Mobilität ist auf kurze Spaziergänge und die Erledigung von Alltagsgeschäften im Nahbereich der Wohnung beschränkt.
Nach den uns vorliegenden Unterlagen besteht eine ausreichende Mobilität im Nahbereich der Wohnung.”
Nach dieser Definition kann der Patient nicht aus der unmittelbaren Umgebung des Heimes und vor allem nicht zu Besorgungen in den Ort gebracht werden. Dies schränkt auch die Basisbedürfnisse zu stark ein.
Der Patient bzw. sein gesetzlicher Vertreter kämpfen immer noch um die ärztlich verordneten und beantragten Hilfsmittel.

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